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Alles zum Thema "Liebigs Fleischextrakt" Im Januar 1854 erkrankte
die Tochter Emma des englischen Sodafabrikanten James Muspratt, der zu
dieser Zeit Gast im Hause Liebig war, schwer an Typhus. Das Mädchen
konnte keine Nahrung mehr aufnehmen, der Gesundheitszustand war
äußerst kritisch. "Liebig kaufte vier Pfund mageres Rindfleisch,
hackte es sehr fein, gab zwei Liter kaltes Wasser und etwas Salzsäure
dazu und erhitzte das Ganze langsam auf 70°C. Nach einigen Stunden
hatte sich das Fleisch weitgehend aufgelöst. Diesen Fleischtrank (Infusum)
flößte er der schwerkranken Patientin löffelweise ein"(Lit1). Nach einigen
Tagen hatte Emma die Krankheit überwunden.
Eingedickte, fett- und albuminfreie Fleischbrühe; Herstellungsverfahren nach
dem Chemiker Justus von Liebig. Zerkleinertes, möglichst fettfreies Rindfleisch
(ca. 30 kg für 1 kg Fleischextrakt) wird in heißem Wasser (70 Grad C)
ausgelaugt, filtriert und im Vakuum eingedampft. Fleischextrakt ist ein
appetitanregendes Produkt aus Fleischbasen und Mineralstoffen ohne eigentlichen
Nährwert. Zum Vergrößern anklicken!
Sammelbilder Die berühmten Sammelbilder der
Firma Liebig sind in Deutschland zwischen 1872 und 1940 massenhaft verbreitet
worden, insgesamt 1138 Serien mit in der Regel je sechs Bildern. Sie waren als
Werbegeschenk dem "Liebig's Fleisch-Extract" beigegeben, einem
Luxusprodukt, das vor dem ersten Weltkrieg nur für wohlhabende Kreise
erschwinglich war. Die in aufwendiger Druckqualität hergestellten Bilder sind
ein bislang kaum ausgewertetes Zeugnis für Denk- und Wahrnehmungsweisen des
letzten und vorletzten Jahrhunderts - für Vorstellungen der europäischen und
außereuropäischen Geschichte, der Arbeitswelt, der Kolonien, der Familien- und
Geschlechterordnungen und vieler anderer Bereiche bürgerlicher Kultur.
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